Bye Bye Akustikon!
Akustikon: Rinus van Alebeek in front of the Akustikon in Linz, Austria
The Akustikon in Linz will close June 28th 2010!
This is the last information by the Akustikon. Only in German.
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Newsletter 06/2010
NACHRICHTEN AUS DER HÖRSTADT
Bald heißt es im Akustikon aufhören. Auch eine Form von Hören, wenn auch nicht die schönste. Denn leider konnten sich die Stadt Linz und das Land Oberösterreich nicht zu einer dauerhaften Mitfinanzierung entschließen. An dieser Stelle möchten wir unsere Enttäuschung nicht verhehlen, besonders im Hinblick auf die viel geforderte "Nachhaltigkeit" der Europäischen Kulturhauptstadt Linz 2009. Hörstadt hat in Linz, Oberösterreich und im internationalen Zusammenhang eine unbestrittene Vorreiterrolle eingenommen, um Akustik politisch zu denken und den Boden für eine akustische Ökoindustrie zu legen.
Alle - besonders die internationalen - Reaktionen sind mehr als eindeutig. "Es ist eine himmelschreiende Schande", schreibt die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zur Schließung des Akustikon. Und die Frankfurter Rundschau meint: "Nicht dass damit besonders viel Geld gespart würde, es wird nur maximaler Schaden angerichtet und maximale Gedankenlosigkeit eindrucksvoll betont."
Ein "Armutszeugnis" attestieren die Oberösterreichischen Nachrichten und Franz Welser-Möst sieht die politische Entscheidung in der zweifelhaften Tradition, hier kreative Geister nicht gerne zu sehen. Kronenzeitung, Der Standard, Die Presse und ORF-Fernsehen und -Radio sind einhellig entgeistert von der Schließung.
Letzter Öffnungstag im Akustikon
Nach nur einjähriger Öffnungszeit müssen wir das eigentlich für einen langfristigen Betrieb gedachte Akustikon mit Ende Juni schließen. Nach sich seit August 2008 hinziehenden Gesprächen haben sich die Stadt Linz und das Land Oberösterreich entschlossen, Hörstadt und das Akustikon nicht zu fördern. Ein Weiterbetrieb der Welt des Hörens ist damit nicht möglich; der Montag, 28. Juni ist nun der letzte Öffnungstag. Von 16.00 bis 21.00 Uhr ist das Akustikon letztmalig und zum Abschied bei freiem Eintritt geöffnet. Wie unerwartet das Aus kommt, zeigen die soeben abgeschlossene umfangreiche Überarbeitung der Ausstellung und ein fertig entwickeltes Vermittlungsprogramm für SeniorInnen, das nun nicht mehr angeboten werden kann. Rund 16.000 Menschen waren von Juli 2009 bis Juni 2010 im Akustikon zu Gast.
Hörstadt behält die geistigen Rechte am Akustikon. Die Polyphone und alle anderen Exponate verbleiben im Eigentum der kurz vor planmäßiger Auflösung stehenden Linz09-GesmbH und sehen einer ungewissen Zukunft entgegen.
Hörstadt in Zukunft
Für Hörstadt hat die Entscheidung der Fördergeber weitreichende personelle und organisatorische Folgen. Alle Beschäftigungsverhältnisse müssen aufgelöst und der Bürobetrieb mit einem kleinen Kernteam freiberuflicher MitstreiterInnen neu geordnet werden. Mit ihnen wird Peter Androsch in den kommenden Monaten weiter an begonnenen Forschungsvorhaben und akustischen Gestaltungsaufträgen wie jenen der Internationalen Bauausstellung Hamburg 2013 arbeiten.
Eine Fortsetzung der Initiative für eine Politisierung des akustischen Raums steht außer Zweifel.
Sagen Sie Ihre Meinung! Solidaritätsadressen und aufmunternde Worte sind an die Emailadresse zukunft@hoerstadt.at herzlich willkommen.
Viel Lärm(schutz) um nichts
In diesem Sinne ist das 1. Internationale Hörstadt-Symposion am 21. und 22. Juni nicht das letzte gewesen. Der Termin für die nächste Ausgabe steht mit 20. und 21. Juni 2011 bereits fest.
Die Premiere des Symposions im Hotel am Domplatz in Linz war von vielen hochwertigen Beiträgen und Präsentationen und vor allem gegen Ende hin lebhaften und produktiven Diskussionen geprägt.
Ein wunschgemäß heterogenes und internationales Publikum aus Fachleuten verschiedenster Disziplinen nahm mit großem Interesse den Eröffnungsbeitrag von Olaf Schäfer auf, der mit seinem brillanten Text "Zum Schutz, zur Freiheit" http://www.hoerstadt.at/files/downloads/103/olafschaeferschutzfreiheit.pdf
den im Frühjahr ausgeschriebenen und mit 3.500,- Euro dotierten Hörstadt-Essaywettbewerb zum Symposions-Thema "Viel Lärm(schutz) um nichts" für sich entschieden hatte.
Christian Popp, führender Lärmfachmann aus Hamburg, und der Hörgerätespezialist Andreas Stoffels aus Linz, legten mit ihren Beiträgen zur intransparenten Lärmschutzstrategie der EU bzw. den physiologischen und neurologischen Grundlagen des Hörens das inhaltliche Fundament. Dieses ergänzten der Klanggestalter Andres Bosshard mit einer fulminanten Präsentation seiner lärmtherapeutischen Arbeiten im öffentlichen Raum und das Duo Wolfgang Gratt und Gerhard Lueger mit der Studie "Urban Vision Linz" zur möglichen Halbierung des Verkehrslärms durch ein neues Mobilitätskonzept.
Die von Christine Haiden (Welt der Frau) moderierte Podiumsdiskussion mit der Schweizer Kulturpublizistin Sieglinde Geisel ("Nur im Weltall ist es wirklich still"), dem Lärmschützer Helfried Gartner (Lebensministerium) und Peter Androsch setzte einen angemessenen Schlusspunkt.
Ohren spitzen, hören gehen!
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Newsletter 6/2010 Akustikon
Newsletter 06/2010
Öffentlicher Abschied vom Akustikon
Von zahlreichen Bekundungen des Unverständnisses und der Fassungslosigkeit begleitet, hat das Akustikon am Montag, 28. Juni 2010 nach nur einjährigem Bestehen seinen Betrieb eingestellt. Da sich Stadt Linz und Land Oberösterreich nicht zu einer Finanzierung entschließen wollten, heißt es nun Abschied vom beliebten und viel besuchten Linzer Hörmuseum nehmen.
Am Mittwoch, 30. Juni 2010 findet von 10.00 bis 18.00 Uhr die feierliche öffentliche Verabschiedung am Linzer Hauptplatz statt.
Das Akustikon wird dabei symbolisch in Form eines großen Hörrohrs mit Kranz und Kondolenzbuch aufgebahrt. Aus gegebenem Anlass dienen die von Hauptplatz und Pfarrplatz ins Akustikon führenden Hörrohre als Lautsprecher für die angemessene Trauermusik.
Um 10.30 Uhr bricht ein Trauerzug vom Hauptplatz zu den Büros der zuständigen Politiker auf, um die Schlüssel des Akustikon zurückzugeben. Alle, die die Welt des Hörens vermissen werden, sind herzlich zum Mitgehen eingeladen!
Neuer Vorschlag an die Politik
Keinen Versuch zur Rettung des Akustikon in letzter Sekunde unterlassend, hat Hörstadt-Leiter Peter Androsch der Politik einen weiteren Vorschlag gemacht: Die Forschungsarbeit der Hörstadt soll bis zur Erarbeitung einer tragfähigen Lösung eingefroren werden, wodurch der Finanzbedarf um ein Drittel sinken würde. Androsch appellierte an Bürgermeister Dobusch und Landeshauptmann Pühringer, diesen substanziell neuen Ansatz zu prüfen und in ein Gespräch einzutreten.
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