Jean-Paul Sartre - Geschlossene Gesellschaft

Theatre Music

2007, Jan

Jean-Paul Sartre "Geschlossene Gesellschaft"

DarstellerInnen: Helmut Fröhlich, Ingrid Höller , Theo Helm , Melanie Herbe

Regie: Alexander Kratzer
Ausstattung: Martin Käser
Lichtgestaltung: Ingo Kelp
Musik: Wolfgang Fadi Dorninger

Premiere: 25.01.2007 Theater Phönix Linz Balkon

Inhalt

Ein Hotelzimmer ohne Fenster, mit künstlichem Licht, in das der Kellner Inès, Estelle und Garcin bringt. Die drei sind nach ihrem Tod in diesem Raum unabänderlicher Abgeschlossenheit, in der Hölle, eingesperrt. Es gibt kein Entrinnen. Über ihr früheres Leben haben sie sich Illusionen aufgebaut. Nun spüren sie voreinander in schonungslosen Verhören die Wahrheit des anderen auf. Garcin, der sich als Held und Pazifist fühlt, ist vor dem Krieg davongelaufen. Inès hat den Mann ihrer Freundin in den Tod getrieben und ist von dieser schließlich selbst in den Tod mitgenommen worden. Estelle hat ihren Mann betrogen, ihr Kind getötet und ist an einer Lungenentzündung gestorben.

Obwohl die drei Figuren anfangs meinen, gut alleine in dem Zimmer zurechtkommen zu können, brauchen sie einander. Sie können sich nur durch den jeweils anderen wahrnehmen. Estelle braucht die Bewunderung von Inès und von Garcin, um sich die eigene Schönheit zu bestätigen. Garcin will als Held gesehen werden, erntet von den beiden Frauen jedoch nur Verachtung. Und Inès, die Lesbierin, versucht, bei Estelle zu landen und wird auch von ihr abgewiesen. Die drei quälen einander, weil sie wiederum vom anderen gequält werden. Sie sind einander ausgeliefert, und es gibt kein Entkommen. Nicht einmal töten können sie einander, denn sie sind bereits tot. So bleibt nur eines: Weitermachen – für immer!

Zur Selbstbestätigung brauchen die drei Figuren im Stück die Qual, die sie den Mitmenschen zufügen: "Die Hölle – das sind die anderen." Das ist Sartres verneinende Sicht auf den Existenzverlust, auf die Unfreiheit des Menschen. "Geschlossene Gesellschaft", 1944 in Paris uraufgeführt, gilt als DAS Schlüsselstück des Existentialismus.

Fotos, Text und Information: Theater Phönix Linz

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