William Shakespeare - Das Wintermärchen

Theatre Music

2014, Sep

William Shakespeare "Das Wintermärchen"

Deutsch von Gerhard Willert

Premiere 20.9.2014, Spielstätte Schauspielhaus, Landestheater Linz

Inszenierung: Gerhard Willert
Bühne und Kostüme: Alexandra Pitz
Musik: Wolfgang "Fadi" Dorninger
Dramaturgie: Matthias Döpke

Besetzung
Dorcas: Eva-Maria Aichner, Hermione: Katharina Hofmann, Perdita: Barbara Novotny, Emilia: Angela Waidmann, Mamillius / Mopsa: Katharina Wawrik, Paulina: Jenny Weichert, Antigonus / Clown: Bastian Dulisch, Die Zeit: Sven-Christian Habich, Camillo: Thomas Kasten, Archidamus / Gerichtsrat: Erich Josef Langwiesner, Der alte Schäfer: Stefan Matousch, Autolycus: Christian Manuel Oliveira, Florizel: Markus Pendzialek, Leontes: Peter Pertusini, Polixenes: Lukas Spisser, Livemusik: Nebojša Krulanović

Stückinfo Mit seiner ersten Premiere in der neuen Spielzeit eröffnet das Schauspiel an der Promenade eine neue, temporäre Bühne: Die „Arena“ im Schauspielhaus. Für die Dauer eines Jahres wird das Parkett auf Höhe des ersten Rangs von einer Spielfläche verdeckt. Diese reicht bis auf die Hinterbühne, wo ein gespiegelter Rang die ovale Fläche abschließt. Dadurch entsteht eine Bühne, die neue Dimensionen des Spielens und Staunens ermöglicht. Womit ließe sich diese Arena besser einweihen, als mit einem Werk von William Shakespeare. Leontes, der König von Sizilien, hat Besuch von Polyxenes, dem König von Böhmen, mit dem er seit der Kindheit befreundet war. Doch nun ist er derart eifersüchtig auf seinen Gast, dass er ihn töten lassen will. Polyxenes wird gewarnt und kann fliehen, was Leontes in seiner grundlosen Eifersucht noch bestärkt. Sein Zorn richtet sich nun auf seine hochschwangere Gattin Hermione. Er bezichtigt sie des Ehebruchs, wirft sie ins Gefängnis und behauptet, die Tochter, die sie dort zur Welt bringt, stamme nicht von ihm. Das Mädchen wird als Bastard verbannt, ausgesetzt und seinem Schicksal überlassen. Zornig weist Leontes sogar den Orakelspruch aus Delphi zurück, der ihn als eifersüchtigen Tyrannen brandmarkt, der ohne Erbe bleiben werde, so lange das, was verloren ging, nicht wieder gefunden wird. Als auch noch ihr Sohn stirbt, bricht Hermione über ihrem Unglück zusammen. Zu spät sieht Leontes sein Unrecht ein und wird von bitterer Reue geplagt. Sechzehn Jahre vergehen. Bei böhmischen Schäfern aufgewachsen verliebt sich das dereinst ausgesetzte Mädchen in einen vermeintlichen Hirten, der in Wirklichkeit ein Prinz ist. Da König Polyxenes gegen die Verbindung seines Sohnes mit einer einfachen Schäferin ist, fliehen die jungen Liebenden und gelangen ausgerechnet nach Sizilien, wo sich alsbald die königliche Herkunft des Hirtenmädchens herausstellt. Auch die tot geglaubte Hermione erwacht zu neuem Leben und die Geschichte gelangt wie im Märchen an ein gutes Ende.

In Shakespeares Wintermärchen liegt Böhmen am Meer und Delphi ist eine Insel. Die Figuren glauben an das Orakel wie die ­Griechen und an die Nächstenliebe wie die Christen. Shakespeare ­verbindet in diesem späten Stück auf faszinierende Weise Komödien- und Tragödienelemente. Der winterlichen Kälte des tragischen Beginns stehen die unvermittelt heitere, frühlingshafte Pastorale des komischen Zwischenspiels und die sommerlich-herbstliche Altersmelancholie des Schlusses gegenüber.

Fotos, Text und Information: Landestheater Linz

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