"Lulu" - Landestheater Linz

2012-05-31 19:30
2012-05-31 22:30
Europe/Vienna

Lulu
Frank Wedekind
Eine Monstretragödie in zwei Teilen

Premiere am 17.03.2012
Spielstätte Kammerspiele Landestheater Linz

Stückinfo
Lulu liebt Dr. Schön, der sie als 12-Jährige von der Straße auf las, ihre Erziehung übernahm und sie zur Geliebten machte, aber nicht zur Frau nehmen wollte und deshalb an seinen Freund, den Medizinalrat Dr. Goll verheiratet. Goll bringt Lulu zum Maler Schwarz, um ein Porträt von ihr anfertigen zu lassen. Lulu und Schwarz schlafen miteinander und werden von Goll überrascht – Goll trifft der Schlag. Lulu heiratet Schwarz, ist aber weiterhin Schöns Geliebte. Dieser will sich
von Lulu befreien und eine bürgerliche Ehe eingehen, und offenbart Schwarz deshalb Lulus „zügelloses“ Vorleben. Schwarz, der „Reinheitsfanatiker“, nimmt sich daraufhin das Leben. Damit sie wieder jemanden findet, der reich genug ist, sie zu heiraten, bringt Schön Lulu ans Theater. Während einer Vorstellung entdeckt sie ihn mit seiner Verlobten in einer Loge, bricht die Vorstellung ab und zwingt Schön, sie doch zu heiraten. In seiner Abwesenheit empfängt sie ihren angeblichen Vater und früheren Zuhälter Schigolch, den Zirkusathleten Rodrigo, die hoffnungslos in sie verliebte Gräfin Geschwitz und auch Schöns Sohn Alwa. Schön überrascht die Gesellschaft und will Lulu zum Selbstmord
zwingen. Lulu, sich keiner Schuld bewusst, erschießt stattdessen Schön, den einzigen Mann, den sie wirklich geliebt hat. Alwa, Schigolch, Rodrigo und die Geschwitz befreien Lulu aus dem Gefängnis und f liehen mit ihr nach Paris, wo sie Alwa heiratet. Casti-Piani, ein Polizeispion
und Mädchenhändler, will sie an ein Bordell in Kairo verkaufen. Lulu flieht mit Alwa nach London, gefolgt von Schigolch und der Geschwitz. Um die völlig verarmte Clique zu ernähren, geht Lulu auf die Straße. Einer ihrer ersten Freier ist Jack the Ripper …
Frank Wedekind gehört zu den schärfsten Kritikern des deutschen Bürgertums der Kaiserzeit, dessen Scheinmoral und Sexualfeindlichkeit er immer wieder aufs Korn nahm. Zeitlebens wurde er deshalb von der
Zensur schikaniert. Heute gilt er neben Brecht als einer der bedeutendsten Theaterautoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Lulu
ist ein Wesen, das sich über herkömmliche Moralbegriffe radikal hinwegsetzt.
Sie will die Rolle, die ihr die Gesellschaft zuweist, nicht spielen, sie will als Lulu geliebt und behandelt werden.

Stuff
Inszenierung: Gerhard Willert
Bühne und Kostüme: Alexandra Pitz
Musik: Wolfgang "Fadi" Dorninger
Dramaturgie: Kathrin Bieligk

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