Nasca, on perspective

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Dorninger - soundart

Wolfgang Dorninger
Nasca, on perspective 2006
Multimedia performance
O.K Centrum für Gegenwartskunst, Linz

Wolfgang Dorninger (concept, texts, music, animations and visualization)
Dietmar Bruckmayr (live video modulations, animations)
Siegmar Aigner (vocals)
Mex Wolfsteiner (percussion)

Performances:
3. Februar 2006 Premiere at O.K Centrum für Gegenwartskunst, Linz, Österreich
4. Februar 2006 OK Centrum für Gegenwartskunst, Linz, Österreich
6. Februar 2006 austria at arco 06 La Casa Encendida, Madrid, Spanien
21. June 2006 - Rhiz, Wien - DVD Presentation
22.3.2007 - FILE SYmposium 2007 - Lecture on "Nasca, on perspective" at OI FUTURO Centro Cultural, Rio de Janeiro
23.3.2007 - Hipersonica Festival 2007 - Museum of Modern Art (MAM) Rio de Janeiro, Brasil
26.6.2007 - Linzfest 2007 - Ö1 Bühne - Lentos
29.1.2009 - Treffpunkt Neue Musik - ORF Linz

Screenings:
December 2006 - INPORT - International Video-Performance Art Festival, Tallinn, Estonia
9. März 2007 - Zauber, Salvador de Bhia, Brasil

DVD:
"Nasca, on perspective" by Dorninger base records

english text - pictures

keywords perspective:
Nasca Code, Nasca lines, perspective, diagrammatic patterns, textile forms of structure, 2D > 3D transitions, impossible perspectives, algorithmic perspectives, modular perspectives, ....

keywords performance:
Realtime 3-D, musical parameters trigger algorithmic animations, 3D-animation, interactive sound / image creation, algorithmic
composition, drones, soundscapes, granular synthesis, ....

„Nasca, über die Perspektive“ ist der zweite Teil einer Trilogie über archaische Kulturen, die in Wüstengebieten herausragende Kulturleistungen geschaffen haben, ohne Informationen einer Lesbarkeit für nachfolgende Zeitalter zu hinterlassen. Diese Kulturen setzten für die Nachwelt derart verwirrende Zeichen, dass ihre Leistungen wissenschaftlich nur ansatzweise oder hypothetisch erklärt werden können. So schnell, wie sie zu Hochkulturen erblüht sind, sind sie wieder verschwunden. Hinterlassen haben sie einzigartige Kunstwerke und Kulturbauten, die kaum in Relation zu Fruchtbarkeit und natürlichen Reichtümern ihrer jeweiligen Region standen. Nach unseren Parametern erscheinen diese Werke unbegreiflich, sinnlos, rätselhaft – nicht von dieser Welt, weshalb sie auch immer wieder „außerirdische“ Erklärungen (Däniken & Co) auf den Plan gerufen haben.

Über diese Kulturen habe ich komplexe Themen wie Verschwinden (Teil 1) und Perspektive (Teil 2) abgehandelt.

Teil 1 beschäftigte sich mit der Gesellschaft der Hisatsinom im Südwesten der USA. Der rasante, mit ca. 1350 datierte Untergang dieser hochentwickelten indianischen Kultur im Four-Corners-Bereich (Utah, Colorado, Arizona, New Mexico) eignet sich vorzüglich für Reflexionen über das Verschwinden im Jetzt: über Synchronisation durch Medien, standardisierte Rituale als „Segnung“ einer Konsumgesellschaft; auch das Gefangen-Sein in musikalischen Mustern. Die Medienoper „Hisatsinom, über das Verschwinden“ wurde 2001 beim Festival 4020 in Linz uraufgeführt.

Im zweiten Teil der Trilogie beschäftige ich mich mit der Kultur der Nasca (200 v. Chr. – 600 n. Chr.) im Süden Perus. Die Nasca gravierten großflächige Bodenzeichnungen (Scharrbilder) von Tieren (Geoglyphen), kilometerlange Linien und zahlreiche überdimensionale Flächen in Trapez- und Dreiecksformen in den von Geröll überzogenen Ton-/Gipsboden. Mehr als 20 wissenschaftliche Theorien und noch mehr Spekulationen gibt es über diese in der Wüste ansässige Kultur, die, wie es scheint, Bilder für die Götter, „das größte Astronomiebuch der Welt“ (Prof. Paul Kossok) oder vielleicht auch nur Markierungen unterirdischer Wasserläufe in den Boden geritzt hat. Oder waren die Nasca etwa gar Vogelmenschen, die ihren Lebensraum gerne aus der Perspektive des Kondors sahen?

Fakt ist, dass diese riesigen, kunstfertigen Zeichen von der Erde aus kaum erkennbar sind und sich erst aus der Luft dem Auge des Betrachters öffnen. Warum also wurden sie gemacht, wenn sie doch – nach menschlichem Ermessen! – aus damaliger Perspektive unerschlossen bleiben mussten?!

Die empfindlichen Linien und Figuren der Nasca, die sich durch das Zusammenwirken von Boden­beschaffenheit, Windarmut und extremer Trockenheit im südlichen Peru bis heute erhalten haben, stehen seit 1995 unter dem Schutz der UNESCO.

Die Perspektive ist somit Thema und Überbau des für Winter 2005 als Multi-Media-Performance projektierten Stücks „Nasca, über die Perspektive“. Ähnlich dem konzeptionellen Zugang bei „Hisatsinom, über das Verschwinden“, verfolge ich hier, von den Bodenzeichnungen der Nasca ausgehend, verschiedene Richtungen. Einfließen werden auch die perspektivisch „unmöglichen“ Objekte und Bilder eines M.C. Escher (1898 – 1972) oder auch die Arbeiten des italienischen Bildhauers und Architekten Filippo Brunelleschi (1377 – 1446), der für die Kuppel des Doms Santa Maria del Fiore und zahlreiche weitere bedeutende Bauwerke in seiner Heimatstadt Florenz verantwortlich zeichnete und als Wegbereiter der humanistischen Baukunst wie auch als Entdecker der mathematisch konstruierbaren Perspektive gilt.
Im Entstehungsprozeß zu „Nasca“ beschäftigten mich besonders Formen perspektivischer Darstellungen im Bereich algorithmischer Kunst, Mapping, Diagrammatik, diagrammatische Bildformen, bildtextile Ordnungen, algorithmische Perspektiven, wie auch modulare Perspektiven.
Die Performance von „Nasca“ basiert vorrangig auf folgenden Techniken: Realtime 3-D, musikgesteuerte Bildwelten, 3D-Animation, interaktive Bild-/Audiosysteme, algorithmische Komposition, Soundscapes, Granulare Sythese und Extremgesang.

Film- und Mikrophonaufnahmen zum Stück fanden im Sommer 2005 an den Originalschauplätzen in Peru statt.

Teil 3 der Trilogie “Shambala, an utopian projection” (worktitle) wird Wolfgang Dorninger nach Tibet und angrenzende Länder führen und soll 2009 realisiert werden.

SPONSOREN: Kulturamt der Stadt Linz, Kulturabteilung des Landes OÖ, BKA Abt. II/2, Eisserer & Dorninger GesbR, SKE-Fond der Austro Mechana, Österreichische Botschaft Brasilia, Generalkonsulat Rio de Janeiro

Thanks to:
Gabriele Kling (photographer, driver, organisation), Dietrich Schulze & all members of Verein "Dr. Maria Reiche - Linien und Figuren der Nazca-Kultur in Peru" e.V. - Dresden, Jacobo Manopla Cimerman (Palpa), the whole team O.K Centrum Linz, the people from La Casa Encendida, ..... and all the people from Nasca & Palpa who guided me that well!

Wolfgang Dorninger ist Mitglied beim Verein
Verein "Dr. Maria Reiche - Linien und Figuren der Nazca-Kultur in Peru" e.V. - Dresden
Mehr Informationen finden sie hier!