Windmaschine

Sound Installation in Public Space

2011, May - Oct

Windmaschine

OK Höhenrausch 2 - Brücken im Himmel
12. Mai - 16. Oktober 2011 (verlängert bis 23. Oktober)

"The answer my friend is blowing in the wind" Bob Dylan

Das vertraute Geräusch eines pfeifenden Windes zieht durch den offenen Glockenturm. Eine Täuschung deckt sich auf, denn es wird vom originalen Nachbau einer barocken Windmaschine durch das Reiben eines Segelstoffs an einer Holzwalze durch BesucherInnen selbst erzeugt. Mittels dieser historischen Mechanik gelingt es dem Klangkünstler Wolfgang Dorninger, den glockenlosen Turm wieder zum Tönen zu bringen.

Als ich 2006 für die Ausstellung "now & Mozart" (Albertina Wien, Kurator: Prof. Herbert Lachmayr) barocke Klangmaschinen aufnahm, klinkte ich mich unweigerlich in die Technik der effektbegeisterten Theaterwelt des Barock ein. Der angestrebte Effekt war eine möglichst vollständige Täuschung des Besuchers; der Versuch, „Himmel und Hölle in Bewegung zu setzen“. Die Mechanik hinter den Effekten, der Ablaufplan, der Alogrithmus war nicht unähnlich dem Versuch dieser Zeit der Dichtung auf rationalem Weg nahezukommen und ihre Entstehung einsichtig zu machen. Was vor der Bühne Staunen über den Deus ex machina auslöste, war hinter der Bühne angewandte Physik und Logik, gepaart mit Einfallsreichtum und Witz. Der Ablaufplan und die Perfektion waren die Träger des Effektes, die ihren Höhepunkt im Zaubertheater des 19. Jhdt. fanden. Meine heutige Klangerzeugung basiert auf komplexen Algorithmen gesteuert durch interaktive Systeme oder autogenerative Prozesse. Alles schon recht weit weg von der barocken Windmaschine und bei genauerer Betrachtung doch wieder ganz nah.

Idee: Wolfgang Dorninger, Windmaschine: Förderverein zum Erhalt hist. Theatertechnik und Theaterarchitektur e.V.

Wolfgang Dorninger
"Windmaschine", 2011
Sound Installation
Nachbau einer Barocken Windmaschine

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